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Einzelne Baugruppen


Das Maho-Deckel-Board besteht aus einer Trägerplatine und fünf Aufsteckbaugruppen. Jede Baugruppe übernimmt einen klar abgegrenzten Bereich der Maschine und kann bei Bedarf einzeln ausgetauscht werden.

1.  Trägerplatine und zentrale Versorgung


Die fünf Funktionsplatinen werden auf die Trägerplatine gesteckt und von oben verschraubt. Die gesamte Einheit sitzt in einem Gehäuse für eine 35-mm-Hutschiene.

Die zentrale Versorgung befindet sich zwischen den Steckplätzen „Spindelbremse“ und „Schmierung“. Dort stehen unter anderem Anschlüsse für folgende Signale bereit:

  • 24 V DC
  • GND
  • Schutzleiter PE
  • ESTOP1 und ESTOP2 zum MPG-Modul
  • Versorgung des MPG-Moduls

Alle wesentlichen Verbindungen sind steckbar. Dadurch können einzelne Baugruppen bei Wartungsarbeiten schnell abgezogen und ersetzt werden.

Arbeiten an 230/400 V dürfen nur von einer qualifizierten Elektrofachkraft ausgeführt werden. Vor der Inbetriebnahme müssen Schaltplan, Motordaten, Absicherung und Schutzmaßnahmen der jeweiligen Maschine geprüft werden.

2. Spindelplatine

Die Spindelplatine steuert den Spindelantrieb und die Drehrichtung.

  • Relais K1 und K2 schalten Rechts- und Linkslauf.
  • Software-Ausgang 3 wird üblicherweise M3 zugeordnet.
  • Software-Ausgang 4 wird üblicherweise M4 zugeordnet.
  • Eingang 4 kann einen Alarm des Frequenzumrichters überwachen.
  • Die Anschlüsse WZW_H und WZW_V sind für Taster zur horizontalen beziehungsweise vertikalen Werkzeugklemmung vorgesehen.
  • An diesen Tasteranschlüssen stehen 24 V DC zur Verfügung.

Die Platine ist auf den C2000+ Frequenzumrichter abgestimmt. Die Anschlussbezeichnungen entsprechen weitgehend dessen Klemmenbeschriftung.

Ist kein Frequenzumrichter vorhanden, können über M3 und M4 alternativ Schütze angesteuert werden. Dazu wird die erforderliche Versorgungsspannung an DCM angelegt.

Eine Sicherheitsverknüpfung kann verhindern, dass die Werkzeugklemmung betätigt wird, während sich die Spindel dreht. Zudem lässt sich ein Alarmkontakt des Frequenzumrichters so einbinden, dass bei einem Spindelfehler ein Not-Aus ausgelöst wird.

3.Kühlmittelplatine

Diese Baugruppe steuert die originale Kühlmittelpumpe der Maschine.

  • Ausgelegt für bis zu 400 V und 4 A
  • Einspeisung über U, V und W
  • Anschluss der Kühlmittelpumpe über R, S und T
  • Automatische Ansteuerung über Software-Ausgang 6
  • Ausgang 6 wird der Funktion M8 zugeordnet.
  • Zusätzlicher Eingang für einen manuellen Taster
  • LED-Anzeige bei angesteuerten Relais

Der Taster ermöglicht das manuelle Einschalten der Kühlmittelpumpe. Dabei ist zu beachten, dass die manuelle Betätigung die Softwarebefehle M8 und M9 übersteuert.

4. Hydraulikpumpenplatine

Die Hydraulikplatine schaltet die originale Hydraulikpumpe, beispielsweise für eine hydraulisch betätigte Werkzeugklemmung.

  • Ausgelegt für bis zu 400 V und 4 A
  • Einspeisung über U, V und W
  • Anschluss der Pumpe über R, S und T
  • Manuelle Ansteuerung über einen Taster
  • Automatische Ansteuerung über einen Softwareausgang
  • LED-Anzeige bei aktivierten Relais

Bei Maschinen mit automatischem Werkzeugwechsler kann dafür Ausgang 5 verwendet werden. Besitzt die Deckel-Maschine einen Druckspeicher, lässt sich Ausgang 5 in der Software als „Enable“ konfigurieren. Dadurch wird die Hydraulikpumpe beziehungsweise deren Relais beim Aktivieren der Steuerungssoftware automatisch eingeschaltet.

5. Platine für die Spindelmotorbremse

Diese Baugruppe steuert die Bremse des Spindelmotors und bindet sie in die Not-Aus-Funktion ein.

Im normalen Betriebszustand aktiviert Software-Ausgang 1 das Relais und öffnet dadurch die Bremse. Wird ein Not-Aus ausgelöst, schaltet Ausgang 1 ab. Das Relais fällt ab und die Spindelbremse greift automatisch.

Die Baugruppe arbeitet damit nach einem sicheren Prinzip: Fällt die Steuerspannung aus, wird die Bremse nicht offengehalten, sondern automatisch aktiviert.

Die tatsächliche Anschlussspannung muss anhand des Typenschilds beziehungsweise der Angaben auf der vorhandenen Spindelbremse geprüft werden.

6. Schmierplatine

Der Ausgang X3 ist potentialfrei. An Klemme 1 wird die für das Schmiergerät benötigte Spannung eingespeist. Über Klemme 2 wird die Schmierpumpe geschaltet.

Kopfschmierung

Am Anschluss X4 wird üblicherweise eine 24-V-Versorgung verwendet:

  • Klemme 1: 24-V-Einspeisung
  • Klemme 2: geschalteter Ausgang zum Magnetventil

Je nach Maschine lassen sich Schmierdauer und Taktzeit einstellen. Die Taktzeit ist insbesondere für Deckel-Maschinen vorgesehen. Für eine manuelle Vorschmierung kann in der Diagnose der Software Ausgang 15 geschaltet werden. Das ist beispielsweise nach längerer Standzeit der Maschine hilfreich.

Fazit:

Das Maho-Deckel-Anschlussboard ist eine durchdachte und praxisgerechte Lösung für die Modernisierung bewährter Fräsmaschinen. Durch die übersichtliche Aufteilung in einzelne Funktionsbaugruppen wird die Verdrahtung deutlich vereinfacht und der Schaltschrank bleibt sauber und servicefreundlich aufgebaut.

Die steckbaren Anschlüsse und separat austauschbaren Platinen erleichtern nicht nur die Montage, sondern auch spätere Wartungs- und Reparaturarbeiten. Funktionen wie Spindelsteuerung, Kühlmittelversorgung, Hydraulik, Spindelbremse und Schmierung werden zentral zusammengeführt und lassen sich gezielt in die neue CNC-Steuerung integrieren.

Damit verbindet das Board die robuste Mechanik einer Maho- oder Deckel-Maschine mit moderner Steuerungstechnik. Das Ergebnis ist ein übersichtliches, wartungsfreundliches und zukunftssicheres Retrofit-Konzept, das den Umbau beschleunigt und gleichzeitig eine professionelle Grundlage für den weiteren Betrieb der Maschine schafft.