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Produktinformationen "MH Encoderkarte"
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Anleitung für die Delta Encoderkarte EMM‑PG01L
1. Allgemeine Beschreibung
Die Delta EMM‑PG01L ist eine Encoder-/PG-Erweiterungskarte für Frequenzumrichter der Delta-MH300-Serie. Sie erfasst die Rückmeldesignale eines Drehgebers und ermöglicht dadurch eine präzisere Drehzahlregelung sowie einen stabileren Motorlauf – insbesondere bei niedrigen Drehzahlen und wechselnder Belastung.
Die Karte unterstützt:
- Line-Driver-Encoder
- Open-Collector-Encoder bei passender Beschaltung
- Encodersignale A, B und Z
- Maximale Eingangsfrequenz: 300 kHz
- Versorgung des Encoders mit 5 V oder 12 V
- Frequenzgeteilte Encoder-Ausgabe an eine externe Steuerung
Installation und Inbetriebnahme dürfen ausschließlich durch eine Elektrofachkraft erfolgen.
2. Sicherheitshinweise
Vor allen Arbeiten:
- Frequenzumrichter vollständig ausschalten.
- Netzspannung allpolig trennen.
- Die im Handbuch des Frequenzumrichters angegebene Entladezeit abwarten.
- Zwischenkreis- und Anschlussklemmen auf Spannungsfreiheit prüfen.
- Maßnahmen gegen elektrostatische Entladung beachten.
- Encoderleitungen niemals bei eingeschaltetem Frequenzumrichter anschließen oder lösen.
Der Frequenzumrichter kann nach dem Ausschalten weiterhin eine gefährliche Zwischenkreisspannung führen.
3. Anschlussklemmen
PG1 – Encoder-Rückführung
| Klemme | Funktion |
|---|---|
| PG1 | Versorgungsspannung für den Encoder, wahlweise 5 V oder 12 V |
| DCM | Bezugspotenzial/GND für Versorgung und Eingangssignale |
| A1 / A1̅ | Encodersignal Kanal A und invertiertes Signal |
| B1 / B1̅ | Encodersignal Kanal B und invertiertes Signal |
| Z1 / Z1̅ | Nullimpuls Z und invertiertes Signal |
Die maximale Belastbarkeit der Encoder-Spannungsversorgung beträgt 200 mA.
PG2 – zusätzlicher Impulseingang
| Klemme | Funktion |
|---|---|
| PG2 | Versorgung für den zweiten Impulseingang |
| A2 / A2̅ | Impulseingang Kanal A |
| B2 / B2̅ | Impulseingang Kanal B |
PG2 kann für zusätzliche Puls- oder Referenzsignale verwendet werden. Die genaue Funktion richtet sich nach der Anwendung und den Einstellungen des Frequenzumrichters.
PG OUT – Signalausgang
| Klemme | Funktion |
|---|---|
| AO / AO̅ | Ausgangssignal Kanal A |
| BO / BO̅ | Ausgangssignal Kanal B |
| ZO / ZO̅ | Ausgangssignal Nullimpuls Z |
| SG | Signalmasse des Ausgangs |
| PE | Schutz-/Schirmanschluss |
Die PG-Ausgänge arbeiten als Line Driver mit maximal 5 V DC, 15 mA und 300 kHz. Die Signale können mit einem einstellbaren Teilungsverhältnis von 1:1 bis 1:255 ausgegeben werden.
4. Versorgungsspannung einstellen
Vor dem Anschluss des Encoders muss geprüft werden, welche Versorgungsspannung dieser benötigt.
Je nach Ausführung beziehungsweise Einstellung stellt die Karte zur Verfügung:
- 5 V DC
- 12 V DC
Die zulässige Versorgungsspannung darf niemals überschritten werden. Ein 5-V-Encoder kann durch eine Versorgung mit 12 V dauerhaft beschädigt werden.
Benötigt der Encoder 24 V, muss eine geeignete externe 24-V-Spannungsversorgung verwendet werden. Die Bezugspotenziale und Eingänge müssen entsprechend der Herstellerunterlagen beschaltet werden.
5. Karte montieren
- Frequenzumrichter ausschalten und spannungsfrei schalten.
- Entladezeit des Zwischenkreises abwarten.
- Frontabdeckung des Frequenzumrichters entfernen.
- Blindabdeckung beziehungsweise Abdeckung des Erweiterungsplatzes abnehmen.
- EMM‑PG01L vorsichtig am vorgesehenen Steckplatz ansetzen.
- Steckverbindung gerade und ohne Gewalt einsetzen.
- Karte mit der vorgesehenen Schraube befestigen.
- PE-Anschluss der Karte ordnungsgemäß erden.
- Erst nach abgeschlossener Verdrahtung die Abdeckung wieder montieren.
Die Leiterplatte darf nicht an Leiterbahnen, Kontakten oder elektronischen Bauteilen berührt werden.
6. Line-Driver-Encoder anschließen
Bei einem Line-Driver-Encoder werden die Signale paarweise übertragen:
| Encoder | EMM‑PG01L |
|---|---|
| Versorgung + | PG1 |
| Versorgung 0 V | DCM |
| A+ | A1 |
| A− | A1̅ |
| B+ | B1 |
| B− | B1̅ |
| Z+ | Z1 |
| Z− | Z1̅ |
| Kabelschirm | PE |
Der Z-Kanal ist nur erforderlich, wenn der Nullimpuls für die Anwendung benötigt wird.
Vereinfachtes Anschlussschema
Encoder EMM-PG01L
Versorgung + ----------------> PG1
Versorgung 0 V ----------------> DCM
A+ ----------------------------> A1
A- ----------------------------> /A1
B+ ----------------------------> B1
B- ----------------------------> /B1
Z+ ----------------------------> Z1
Z- ----------------------------> /Z1
Kabelschirm -------------------> PEDie Bezeichnungen /A1, /B1 und /Z1 stehen für die jeweils invertierten Signale.
7. Open-Collector-Encoder anschließen
Die EMM‑PG01L kann auch Open-Collector-Signale verarbeiten. Dafür können zusätzliche Pull-up-Widerstände erforderlich sein.
Wichtige Punkte:
- Ausgangstyp des Encoders eindeutig feststellen.
- Zulässige Signalspannung beachten.
- Geeignete Pull-up-Widerstände verwenden.
- DCM mit dem Bezugspotenzial des Encoders verbinden.
- Anschluss nicht ohne Prüfung nach einem Line-Driver-Schema ausführen.
Da die Beschaltung vom verwendeten Encoder abhängt, sollte hierfür immer das Datenblatt des Encoders herangezogen werden.
8. Anforderungen an die Encoderleitung
Für eine störungsfreie Signalübertragung:
- Geschirmtes, paarweise verdrilltes Encoderkabel verwenden.
- A+/A−, B+/B− und Z+/Z− jeweils als verdrilltes Paar führen.
- Encoderleitung getrennt von Motor-, Bremswiderstands- und Netzleitungen verlegen.
- Kreuzungen mit Leistungskabeln möglichst im rechten Winkel ausführen.
- Kabelschirm großflächig mit PE verbinden.
- PE-Klemme der EMM‑PG01L zuverlässig erden.
- Unnötige Leitungslängen und Klemmstellen vermeiden.
Eine fehlerhafte Schirmung kann zu Drehzahlschwankungen, falscher Drehrichtung oder Encoderfehlern führen.
9. Frequenzumrichter einstellen
Nach der Montage müssen die Encoder- und Motorparameter im MH300 eingestellt werden. Die konkreten Parameternummern können von Firmware, Betriebsart und Anwendung abhängen.
Zu prüfen beziehungsweise einzustellen sind:
- Motorregelverfahren mit Encoder-Rückführung
- Art des Encoders
- Encoder-Auflösung in Impulsen pro Umdrehung
- Signalform beziehungsweise Eingangsart
- Drehrichtung der Rückführung
- Nutzung des Z-Impulses
- Übersetzungsverhältnis zwischen Motor und Encoder
- Teilungsverhältnis der PG-Ausgänge
- Motornennspannung
- Motornennstrom
- Motornennfrequenz
- Motordrehzahl
- Gegebenenfalls Motor-Autotuning
Vor einem Motor-Autotuning müssen Maschine und Antrieb gegen unbeabsichtigte Bewegungen gesichert sein.
10. Erste Inbetriebnahme
- Verdrahtung vollständig kontrollieren.
- Versorgungsspannung des Encoders prüfen.
- Schirmung und PE-Verbindung kontrollieren.
- Encoderauflösung im Frequenzumrichter eintragen.
- Motor zunächst mit niedriger Drehzahl betreiben.
- Angezeigte Ist-Drehzahl kontrollieren.
- Drehrichtung und Stabilität der Regelung prüfen.
- Drehzahl langsam erhöhen.
- Abschließend Verhalten unter geringer Belastung testen.
Beschleunigt der Motor unkontrolliert oder erscheint sofort eine Störung, muss der Antrieb unverzüglich abgeschaltet werden. Häufig sind dann A/B-Kanäle vertauscht, die Rückführungsrichtung stimmt nicht oder die Encoderauflösung wurde falsch eingestellt.
11. Fehlersuche
| Fehlerbild | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Keine Encoderrückmeldung | Encoder nicht versorgt, DCM fehlt oder Leitung unterbrochen |
| Falsche Ist-Drehzahl | Encoderauflösung falsch eingestellt |
| Negative oder falsche Drehrichtung | A- und B-Kanal vertauscht |
| Unruhiger Motorlauf | Störungen, schlechte Schirmung oder falsche Regelparameter |
| Fehler erst bei hoher Drehzahl | Eingangsfrequenz überschritten oder Signalqualität unzureichend |
| Karte wird nicht erkannt | Karte nicht korrekt eingesetzt oder ungeeigneter Steckplatz |
| Encoder wird warm | Versorgungsspannung falsch oder Stromaufnahme zu hoch |
| Z-Impuls fehlt | Z-Leitung nicht angeschlossen oder Encoder besitzt keinen Z-Kanal |
| SPS empfängt kein Ausgangssignal | SG fehlt, Ausgang falsch beschaltet oder Teilungsparameter falsch |
12. Wichtige technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Produkttyp | Encoder-/PG-Erweiterungskarte |
| Geeignete Umrichterserie | Delta MH300 |
| Encoderkanäle | A, B und Z |
| Eingangsarten | Line Driver; Open Collector mit geeigneter Beschaltung |
| Maximale Eingangsfrequenz | 300 kHz |
| Encoder-Versorgung | 5 V oder 12 V |
| Maximaler Versorgungsstrom | 200 mA |
| PG-Ausgang | Line Driver, maximal 5 V DC |
| Maximaler Ausgangsstrom | 15 mA |
| Maximale Ausgangsfrequenz | 300 kHz |
| Ausgangsteilung | 1 bis 255 |