Produktinformationen "MH Encoderkarte"
Delta Electronics
Delta wurde 1971 gegründet und ist ein globaler Anbieter von Energie- und Wärmemanagementlösungen. Sein Leitbild „Bereitstellung innovativer, sauberer und energieeffizienter Lösungen für eine bessere Zukunft“ konzentriert sich auf die Bewältigung wichtiger Umweltprobleme wie den globalen Klimawandel. Als Anbieter energiesparender Lösungen mit Kernkompetenzen in der Leistungselektronik und Automatisierung gehören zu den Geschäftskategorien von Delta Leistungselektronik, Automatisierung und Infrastruktur.
Anleitung für die Delta Encoderkarte EMM‑PG01L
1. Allgemeine Beschreibung
Die Delta EMM‑PG01L ist eine Encoder-/PG-Erweiterungskarte für Frequenzumrichter der Delta-MH300-Serie. Sie erfasst die Rückmeldesignale eines Drehgebers und ermöglicht dadurch eine präzisere Drehzahlregelung sowie einen stabileren Motorlauf – insbesondere bei niedrigen Drehzahlen und wechselnder Belastung.
Die Karte unterstützt:
- Line-Driver-Encoder
- Open-Collector-Encoder bei passender Beschaltung
- Encodersignale A, B und Z
- Maximale Eingangsfrequenz: 300 kHz
- Versorgung des Encoders mit 5 V oder 12 V
- Frequenzgeteilte Encoder-Ausgabe an eine externe Steuerung
Installation und Inbetriebnahme dürfen ausschließlich durch eine Elektrofachkraft erfolgen.
2. Sicherheitshinweise
Vor allen Arbeiten:
- Frequenzumrichter vollständig ausschalten.
- Netzspannung allpolig trennen.
- Die im Handbuch des Frequenzumrichters angegebene Entladezeit abwarten.
- Zwischenkreis- und Anschlussklemmen auf Spannungsfreiheit prüfen.
- Maßnahmen gegen elektrostatische Entladung beachten.
- Encoderleitungen niemals bei eingeschaltetem Frequenzumrichter anschließen oder lösen.
Der Frequenzumrichter kann nach dem Ausschalten weiterhin eine gefährliche Zwischenkreisspannung führen.
3. Anschlussklemmen
PG1 – Encoder-Rückführung
| Klemme | Funktion |
|---|---|
| PG1 | Versorgungsspannung für den Encoder, wahlweise 5 V oder 12 V |
| DCM | Bezugspotenzial/GND für Versorgung und Eingangssignale |
| A1 / A1̅ | Encodersignal Kanal A und invertiertes Signal |
| B1 / B1̅ | Encodersignal Kanal B und invertiertes Signal |
| Z1 / Z1̅ | Nullimpuls Z und invertiertes Signal |
Die maximale Belastbarkeit der Encoder-Spannungsversorgung beträgt 200 mA.
PG2 – zusätzlicher Impulseingang
| Klemme | Funktion |
|---|---|
| PG2 | Versorgung für den zweiten Impulseingang |
| A2 / A2̅ | Impulseingang Kanal A |
| B2 / B2̅ | Impulseingang Kanal B |
PG2 kann für zusätzliche Puls- oder Referenzsignale verwendet werden. Die genaue Funktion richtet sich nach der Anwendung und den Einstellungen des Frequenzumrichters.
PG OUT – Signalausgang
| Klemme | Funktion |
|---|---|
| AO / AO̅ | Ausgangssignal Kanal A |
| BO / BO̅ | Ausgangssignal Kanal B |
| ZO / ZO̅ | Ausgangssignal Nullimpuls Z |
| SG | Signalmasse des Ausgangs |
| PE | Schutz-/Schirmanschluss |
Die PG-Ausgänge arbeiten als Line Driver mit maximal 5 V DC, 15 mA und 300 kHz. Die Signale können mit einem einstellbaren Teilungsverhältnis von 1:1 bis 1:255 ausgegeben werden.
4. Versorgungsspannung einstellen
Vor dem Anschluss des Encoders muss geprüft werden, welche Versorgungsspannung dieser benötigt.
Je nach Ausführung beziehungsweise Einstellung stellt die Karte zur Verfügung:
- 5 V DC
- 12 V DC
Die zulässige Versorgungsspannung darf niemals überschritten werden. Ein 5-V-Encoder kann durch eine Versorgung mit 12 V dauerhaft beschädigt werden.
Benötigt der Encoder 24 V, muss eine geeignete externe 24-V-Spannungsversorgung verwendet werden. Die Bezugspotenziale und Eingänge müssen entsprechend der Herstellerunterlagen beschaltet werden.
5. Karte montieren
- Frequenzumrichter ausschalten und spannungsfrei schalten.
- Entladezeit des Zwischenkreises abwarten.
- Frontabdeckung des Frequenzumrichters entfernen.
- Blindabdeckung beziehungsweise Abdeckung des Erweiterungsplatzes abnehmen.
- EMM‑PG01L vorsichtig am vorgesehenen Steckplatz ansetzen.
- Steckverbindung gerade und ohne Gewalt einsetzen.
- Karte mit der vorgesehenen Schraube befestigen.
- PE-Anschluss der Karte ordnungsgemäß erden.
- Erst nach abgeschlossener Verdrahtung die Abdeckung wieder montieren.
Die Leiterplatte darf nicht an Leiterbahnen, Kontakten oder elektronischen Bauteilen berührt werden.
6. Line-Driver-Encoder anschließen
Bei einem Line-Driver-Encoder werden die Signale paarweise übertragen:
| Encoder | EMM‑PG01L |
|---|---|
| Versorgung + | PG1 |
| Versorgung 0 V | DCM |
| A+ | A1 |
| A− | A1̅ |
| B+ | B1 |
| B− | B1̅ |
| Z+ | Z1 |
| Z− | Z1̅ |
| Kabelschirm | PE |
Der Z-Kanal ist nur erforderlich, wenn der Nullimpuls für die Anwendung benötigt wird.
Vereinfachtes Anschlussschema
Encoder EMM-PG01L
Versorgung + ----------------> PG1
Versorgung 0 V ----------------> DCM
A+ ----------------------------> A1
A- ----------------------------> /A1
B+ ----------------------------> B1
B- ----------------------------> /B1
Z+ ----------------------------> Z1
Z- ----------------------------> /Z1
Kabelschirm -------------------> PEDie Bezeichnungen /A1, /B1 und /Z1 stehen für die jeweils invertierten Signale.
7. Open-Collector-Encoder anschließen
Die EMM‑PG01L kann auch Open-Collector-Signale verarbeiten. Dafür können zusätzliche Pull-up-Widerstände erforderlich sein.
Wichtige Punkte:
- Ausgangstyp des Encoders eindeutig feststellen.
- Zulässige Signalspannung beachten.
- Geeignete Pull-up-Widerstände verwenden.
- DCM mit dem Bezugspotenzial des Encoders verbinden.
- Anschluss nicht ohne Prüfung nach einem Line-Driver-Schema ausführen.
Da die Beschaltung vom verwendeten Encoder abhängt, sollte hierfür immer das Datenblatt des Encoders herangezogen werden.
8. Anforderungen an die Encoderleitung
Für eine störungsfreie Signalübertragung:
- Geschirmtes, paarweise verdrilltes Encoderkabel verwenden.
- A+/A−, B+/B− und Z+/Z− jeweils als verdrilltes Paar führen.
- Encoderleitung getrennt von Motor-, Bremswiderstands- und Netzleitungen verlegen.
- Kreuzungen mit Leistungskabeln möglichst im rechten Winkel ausführen.
- Kabelschirm großflächig mit PE verbinden.
- PE-Klemme der EMM‑PG01L zuverlässig erden.
- Unnötige Leitungslängen und Klemmstellen vermeiden.
Eine fehlerhafte Schirmung kann zu Drehzahlschwankungen, falscher Drehrichtung oder Encoderfehlern führen.
9. Frequenzumrichter einstellen
Nach der Montage müssen die Encoder- und Motorparameter im MH300 eingestellt werden. Die konkreten Parameternummern können von Firmware, Betriebsart und Anwendung abhängen.
Zu prüfen beziehungsweise einzustellen sind:
- Motorregelverfahren mit Encoder-Rückführung
- Art des Encoders
- Encoder-Auflösung in Impulsen pro Umdrehung
- Signalform beziehungsweise Eingangsart
- Drehrichtung der Rückführung
- Nutzung des Z-Impulses
- Übersetzungsverhältnis zwischen Motor und Encoder
- Teilungsverhältnis der PG-Ausgänge
- Motornennspannung
- Motornennstrom
- Motornennfrequenz
- Motordrehzahl
- Gegebenenfalls Motor-Autotuning
Vor einem Motor-Autotuning müssen Maschine und Antrieb gegen unbeabsichtigte Bewegungen gesichert sein.
10. Erste Inbetriebnahme
- Verdrahtung vollständig kontrollieren.
- Versorgungsspannung des Encoders prüfen.
- Schirmung und PE-Verbindung kontrollieren.
- Encoderauflösung im Frequenzumrichter eintragen.
- Motor zunächst mit niedriger Drehzahl betreiben.
- Angezeigte Ist-Drehzahl kontrollieren.
- Drehrichtung und Stabilität der Regelung prüfen.
- Drehzahl langsam erhöhen.
- Abschließend Verhalten unter geringer Belastung testen.
Beschleunigt der Motor unkontrolliert oder erscheint sofort eine Störung, muss der Antrieb unverzüglich abgeschaltet werden. Häufig sind dann A/B-Kanäle vertauscht, die Rückführungsrichtung stimmt nicht oder die Encoderauflösung wurde falsch eingestellt.
11. Fehlersuche
| Fehlerbild | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Keine Encoderrückmeldung | Encoder nicht versorgt, DCM fehlt oder Leitung unterbrochen |
| Falsche Ist-Drehzahl | Encoderauflösung falsch eingestellt |
| Negative oder falsche Drehrichtung | A- und B-Kanal vertauscht |
| Unruhiger Motorlauf | Störungen, schlechte Schirmung oder falsche Regelparameter |
| Fehler erst bei hoher Drehzahl | Eingangsfrequenz überschritten oder Signalqualität unzureichend |
| Karte wird nicht erkannt | Karte nicht korrekt eingesetzt oder ungeeigneter Steckplatz |
| Encoder wird warm | Versorgungsspannung falsch oder Stromaufnahme zu hoch |
| Z-Impuls fehlt | Z-Leitung nicht angeschlossen oder Encoder besitzt keinen Z-Kanal |
| SPS empfängt kein Ausgangssignal | SG fehlt, Ausgang falsch beschaltet oder Teilungsparameter falsch |
12. Wichtige technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Produkttyp | Encoder-/PG-Erweiterungskarte |
| Geeignete Umrichterserie | Delta MH300 |
| Encoderkanäle | A, B und Z |
| Eingangsarten | Line Driver; Open Collector mit geeigneter Beschaltung |
| Maximale Eingangsfrequenz | 300 kHz |
| Encoder-Versorgung | 5 V oder 12 V |
| Maximaler Versorgungsstrom | 200 mA |
| PG-Ausgang | Line Driver, maximal 5 V DC |
| Maximaler Ausgangsstrom | 15 mA |
| Maximale Ausgangsfrequenz | 300 kHz |
| Ausgangsteilung | 1 bis 255 |
Herstellerangaben:
CNC-Steuerung
Jerichistr.28
46399 Bocholt
E-Mail: Technik@cnc-steuerung.com
Web: https://www.cnc-steuerung.com
Produktsicherheit und bestimmungsgemäße Verwendung
Unsere Produkte sind ausschließlich für den Einsatz im Bereich CNC-Technik, Maschinensteuerung und Automatisierung vorgesehen. Die Installation, Inbetriebnahme und Nutzung dürfen nur durch fachkundige Personen oder qualifiziertes Fachpersonal erfolgen.
Vor der Verwendung sind alle technischen Unterlagen, Anschlusspläne, Bedienungsanleitungen und Sicherheitshinweise vollständig zu lesen und einzuhalten.
Sicherheitshinweise
- Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur im spannungsfreien Zustand durchgeführt werden.
- Der Einbau muss entsprechend der geltenden nationalen und europäischen Vorschriften erfolgen.
- Unsachgemäße Installation oder Verwendung kann zu Sachschäden, Maschinenfehlern oder Verletzungen führen.
- Sicherheits- und Schutzfunktionen der Maschine dürfen nicht außer Kraft gesetzt werden.
- Das Produkt ist nicht für den Einsatz in sicherheitskritischen oder lebensunterstützenden Systemen vorgesehen.
Haftungsausschluss
Für Schäden, die durch unsachgemäße Verwendung, fehlerhafte Verdrahtung, unzulässige Veränderungen oder Nichtbeachtung der Anleitungen entstehen, übernimmt CNC-Steuerung keine Haftung.
Konformität und Dokumentation
Soweit erforderlich, liegen den Produkten entsprechende technische Unterlagen, Bedienungsanleitungen und Konformitätserklärungen bei oder können auf Anfrage bereitgestellt werden.
Sie erhalten alle Anleitungen auch per Download unter diesem Link: Zu den Anleitungen
Meldung von Sicherheitsproblemen
Sollten Sie Sicherheitsmängel oder Risiken an einem Produkt feststellen, kontaktieren Sie uns bitte umgehend unter: Technik@cnc-steuerung.com
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